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Gears of War: Dröhnende Kettensägen, donnernde Schrotflinten und wildes Kampfgebrüll

geschrieben von MLW I P RHODAN am 16.07.16 19:47 Uhr Dröhnende Kettensägen, donnernde Schrotflinten und wildes Kampfgebrüll

Mit Gears of War 4 geht Entwickler The Coalition zurück zu den Ursprüngen der exklusiv für Xbox-Konsolen veröffentlichten Action-Saga. Vorbei die Zeiten der etwas weichgekochteren Ballerei aus Gears of War - Judgment - das Team will die beinharten Schlachten von Gears of War 3 wieder aufleben lassen.

Auch Einzelspieler müssen sich nicht grämen. In der Vorschau "Gears of War 4: Die wichtigsten Fakten zum Ballerspiel" hatten wir euch neulich ja schon ein paar Details verraten. Alle bisherigen Teile von Gears of War brachten eine überzeugende Geschichte mit sich. Der aktuelle Ableger spielt 25 Jahre nach seinem direkten Vorgänger. Nach den verheerenden Kriegen mit den Locust hat es die Menschheit geschafft, alternative Wege zum Überleben zu finden.

Umso weniger vorbereitet ist man aber auf einen erneuten Konflikt. Hauptfiguren im Spiel sind JD Fenix, der Sohn des legendären Marcus Fenix, sowie Kate Diaz und Delmon Walker. Das Trio sieht zweifellos weit weniger beeindruckend aus als frühere Protagonisten der Reihe, soll aber im Verlauf des Spiels über sich hinauswachsen.

Dass die Neulinge längst nicht so gut ankommen wie ihre kampfgestählten Vorfahren stört Chef-Entwickler Rod Fergusson nicht: "Wir haben einen modernen Ansatz gewählt. Die Charaktere sind zunächst Teil der Outsiders und nicht der Coalition. Sie haben zuvor noch nie gekämpft. Man erwartet heute Figuren mit größerer Tiefe. Frühere Gears-Helden waren sehr stilisiert. Wir versuchen dieses Erbe zu bewahren, aber in einen zeitgemäßen Rahmen zu setzen."


Das Sofa wird zur Koop-Arena

Der Fokus der ersten Anspielrunde von Gears of War 4 lag aber auf der Mehrspielerkomponente. Die Vorgänger ebneten den Weg für Online-Spielarten wie den Hordenmodus und brachten Spieler gleichzeitig am geteilten Bildschirm zusammen. Die gute Nachricht überbringt Rod Fergusson gleich zu Beginn des Gesprächs: "Alle Spielmodi - egal, ob Einzel- oder Mehrspieler - könnt ihr auch am geteilten Bildschirm zocken. Diese Art des Couch-Koop ist ein fester Teil der Gears-Serie und bleibt es auch."

Noch besser: Als Vorbereitung für den Online-Modus könnt ihr nun erstmals auch Computer-Kameraden aktivieren. Die neu entwickelten Bots ersetzen im Spiel Verbündete und gegnerische Einheiten. Sie füllen also die Teams auf, falls einmal das Internet nicht funktioniert oder ihr keine Lust auf andere Spieler habt. "Mit dem Wechsel unserer Grafik-Technik zur Unreal Engine 4 mussten wir auch die Künstliche Intelligenz unserer Computer-Figuren neu aufbauen", erklärt Rod Fergusson.

Das Entwicklerteam von The Coalition arbeitet aktuell daran, die richtige Balance zu finden. Die Computer-Soldaten sollen nicht zu stark sein. Vielmehr sollen Computer-Kameraden das Verhalten ihrer Mitspieler verstehen und somit entsprechende Rollen auf dem Schlachtfeld einnehmen.


Ein ganz typisches Gears mit kleinen Extras

"Wir nennen unseren Ansatz eine liebevolle Parodie. Wenn zu uns jemand sagt, dass sich der vierte Teil wieder wie ein typisches Gears anfühlt, dann sind wir glücklich", erklärt Fergusson. Und tatsächlich führt einen Gears of War 4 wieder zurück in die besten Zeiten der Serie. In der Vorschaurunde standen lediglich die Online-Spielarten Deathmatch und Dodgeball zur Verfügung.

Die grundlegende Steuerung ist ähnlich wie in Gears of War 3, wurde aber um zusätzliche Bewegungsmuster ergänzt. Mit dem "Vault" könnt ihr über Barrikaden springen und dahinter kauernde Gegner umtreten. Gelingt euch diese Aktion, öffnet sich ein kleines Zeitfenster, in dem ihr euren Widersacher mit einem Nahkampfangriff abfertigen könnt. Der "Yank" wiederum lockert die Stellungskämpfe auf. Mit ihm zieht ihr nämlich Feinde einfach über Mauern hinweg und verpasst ihm anschließend mit dem Messer eine Rasur.

Im Probespiel hatten diese Aktionen aber noch ihre Tücken. Kontert euer Gegner nämlich, seid ihr chancenlos und ohne Deckung. Im Mehrspielerduell bedeutet das zumeist den Neustart. Deshalb meint auch Rod Fergusson: "In der Kampagne sind diese Neuerungen sicherlich wertvoller und leichter einzusetzen."


Gewohnt starker Tobak

Ansonsten aber macht Gears of War 4 seinem Namen alle Ehre. In der Anspielrunde geht es auf einem alten Staudamm, einem Hafen und in einer üppigen Festungsanlage zur Sache. Auch wenn grafisch sicherlich noch Luft nach oben ist, entbrennen heftige Schlachten, in denen cleveres Flankieren nicht selten zum Erfolg führt.

Der Nahkampf fühlt sich gewohnt knallhart an. Gerade wenn die Lancer-Kettensäge rattert und ihr damit eure Gegner malträtiert, kommt mächtig Stimmung auf. In der Vorschaufassung war gerade die Schrotflinte auf kurze Distanz noch eine Spur zu stark.

Die Dropshot, eine Art explosiver Granaten-Bohrer, erwies sich dagegen als nette Ergänzung mit einer ungewohnten Steuerung. Denn das Geschoss fliegt beim Drücken der Feuertaste zunächst gerade über das Schlachtfeld und geht erst in Flammen auf, wenn ihr die Taste wieder loslasst.


Kartenspielereien auch in Gears of War 4

In London waren lediglich die Spielarten Versus - also Fünf-gegen-Fünf - sowie das innovative Dodgeball vertreten. Wie in dem bekannten Schulsport besitzt in Dodgeball jeder Spieler lediglich ein Leben. Wer draufgeht, ist raus. Allerdings kann er von seinen Kameraden durch Abschüsse wieder zurückgeholt werden. Dadurch entsteht eine tolle Dynamik innerhalb der Runden.

In der Vollversion sind zunächst zehn Karten integriert. Später sollen monatlich neue Areale zur Verfügung gestellt werden. The Coalition wählt einen kreativen Ansatz: Wer einfach die Playlists - also eine vorgefertigte Abfolge an Karten - abarbeitet, muss auch für neue Gebiete nichts bezahlen. Wollt ihr selbst private Online-Runden aufmachen, muss zumindest der Leiter die entsprechenden Karten-Packs besitzen.

Besagte Playlists für die Gratis-Spieler bestehen maximal aus zehn bis 15 Karten. Diese werden über die Monate durchgemischt, damit keine Langeweile aufkommt. Darüber hinaus orientiert sich Gears of War 4 spürbar an anderen modernen Shootern wie Call of Duty - Black Ops 3 und nutzt ein Spielkartensystem zur Darstellung des eigenen Fortschritts. Über sogenannte Ausrüstungskisten erhaltet ihr neue Farbmuster für Waffen, Kleidungsstücke für eure Soldaten oder auch Verbrauchsgegenstände - etwa für doppelte Erfahrungspunkte. Diese Kisten könnt ihr entweder mit Echtgeld oder mit im Spiel erbeuteten Punkten erstehen.

Rod Fergusson verspricht ausdrücklich, dass sich niemand in Gears of War 4 den Sieg erkaufen können wird. Schließlich sei das Spiel kein "Waffenporno" und die benutzbaren Spielkarten seien lediglich kosmetischer Natur oder beschleunigen den Aufstieg des eigenen Profils. Einen Waffenbaukasten wie in anderen Actionspielen gibt es hingegen nicht.

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